1899 - 1999
Festschrift der Evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf aus Anlaß des 100. Jahrestages ihrer Gründung zum 1. Oktober 1899

 

Unsere Kirchengemeinde heute
von Bettina Rohrbach

 
Unsere Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf wird in diesem Jahr 100 Jahre alt.
Das ist der Grund, ein Jahr lang verschiedenste Jubiläumsveranstaltungen in den drei Bezirken anzubieten. Die Idee ist, in jedem Monat in einem Bezirksteil/-ort eine besondere Aktivität zu entfalten, die mit dem 100-jährigen Jubiläum zu tun hat. Die Palette reicht von Konzerten über Seniorenkino, Kinderaktionen, Fußballturnier, Kabarett, Gemeindewanderung, Ehemaligentreffen in der Jugendarbeit, Jugendparty, Pfadfinderfest, Jubiläumskindergottesdienst bis hin zu einem überbezirklichen Gemeindefest, Festakt, Festgottesdienst und vieles andere mehr. Im Rahmen dieser Aktivitäten ist auch die vorliegende Festschrift entstanden, die sowohl historische als auch gegenwärtige Entwicklungen aufzeigen möchte.
Im folgenden Kapitel soll die gegenwärtige Situation der Kirchengemeinde Thema sein, vor allem die Jahre und die Entwicklung nach dem Pfarrstellenwechsel in den Bezirken Nord und Höhe. Diese Veränderung brachte nicht nur einen Generationswechsel mit sich, sondern auch die Tatsache, daß zum ersten Mal in der Geschichte der Gemeinde zwei Pfarrerinnen, Gabriele Wölk (ehemals Frau Heymann) und Bettina Rohrbach, neben Pfarrer Ulf Rademacher tätig sind. Zeitweise war die Pfarrstelle des Bezirkes Nord zwischen Pfarrerin Gabriele Wölk und Pfarrer Christoph Tebbe geteilt (1997-1999), was eine neue und interessante Erfahrung war.
Im folgenden sollen wichtige Schwerpunkte, Entwicklungen und Veränderungen in der Gemeinde der letzten Jahre beschrieben werden. Selbstverständlich ist dabei, daß es Tätigkeitsbereiche und Aktivitäten in den drei Bezirken gibt, die kontinuierlich weitergeführt wurden.

Eine besondere Auffälligkeit der letzten Jahre ist, daß die gesamtgemeindliche Arbeit mehr in den Vordergrund gerückt ist. Die gemeindliche Arbeit läuft nach wie vor nach Bezirken getrennt, aber es ist uns ein besonderes Anliegen gewesen, das Bewußtsein für die Gesamtgemeinde zu stärken. So ist der Chor (unter der Leitung von Sebastian Kämpf seit 1998) mittlerweile ein Chor der Gesamtgemeinde, der in Gottesdiensten, an Feiertagen und zu Konzerten an den verschiedenen Orten der Gemeinde präsent ist. Vermehrt wurde die Anzahl der zentralen Gottesdienste. Das Tischabendmahl an Gründonnerstag, die Osternacht, Christi Himmelfahrt, Buß- und Bettag, der 4. Advent, Silvester 1999, der Gottesdienst zur alljährlichen Gemeindeversammlung, zum gemeinsamen Gemeindefest, Festgottesdienste zu Jubiläen und (Wieder-)Einweihungen sind Anlässe, die die Gemeindeglieder aller Bezirke zusammenführen.
Seit einigen Jahren versuchen wir gerade auch die Gemeindefeste zentral zu feiern und dabei jährlich von Bezirk zu Bezirk zu wechseln. So war es auch beim Jubiläumsgemeindefest Ende Mai 1999. Überbezirklich organisiert und angeboten werden bestimmte Gesprächskreise und Vortragsveranstaltungen, die Kinder- und Jugendaktivitäten, die Arbeit des Gesamtpresbyteriums, Familienfreizeiten, Studienreisen, die Fahrten nach Golßen und Frankreich in die Partnergemeinden, der Besuchsdienst für die neuzugezogenen Gemeindeglieder.

Ebenfalls gemeinsam ist der alljährliche "Danke-Schön-Abend" für die Ehrenamtlichen der Gemeinde. Neben den Angeboten des Kindergottesdienstes in den Bezirken gab und gibt es gemeinsame Kindergottesdienste für alle Kinder der Gemeinde (so auch im Jubiläumsjahr).

Überhaupt muß der Kindergottesdienst als eine wichtige, grundlegend veränderte und expandierende Form der Gemeindearbeit benannt werden. Er hat eine neue Form und Struktur erhalten, wird alle vier Wochen am Samstagvormittag drei Stunden lang in den drei Bezirken abgehalten und wird von den Kindern erfreulich gut und kontinuierlich angenommen. In den Vorbereitungsteams, die bezirksweise organisiert sind, arbeiten verstärkt Erwachsene mit, aber auch Jugendliche vom Konfirmiertenalter an aufwärts. Das Angebot ist, obwohl nur einmal im Monat stattfindend, intensiviert worden, muß es doch sehr zeit- und materialaufwendig vorbereitet werden. Die Methoden des Kindergottesdienstes sind ganzheitlicher und vielfältiger geworden, da durch die drei Stunden nun mehr Zeit vorhanden ist. Noch wichtiger als früher ist hierbei die Teamarbeit, da nur in der Aufteilung der Aufgaben die Vorbereitung und Durchführung gut zu bewältigen sind. Sinnvoll ist hierbei ein regelmäßiger Austausch zwischen den Bezirken.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gemeindearbeit der letzten Jahre sind die Angebote für jüngere Familien sowie für Kinder und Jugendliche. Seit einigen Jahren werden verstärkt Taufen in den drei Bezirken gefeiert, was sich zwischenzeitlich als regel-rechter "Taufboom" dargestellt hat (im Gegensatz zu recht wenigen Anfragen nach kirchlichen Trauungen). Dem versuchen wir Rechnung zu tragen in der Form der Familiengottesdienste, die regelmäßig in den drei Bezirken gefeiert werden, der Kindergarten- und Kindergottesdienste, Krabbel-, Kinder- und Jugendgruppen, Familien-, Kinder- und Jugendfreizeiten sowie Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterschulungen für Jugendliche, die konfirmiert sind und damit in die Jugendarbeit aktiv einsteigen. Seit neuestem engagieren sich junge Gemeindeglieder in der Jugendband "G-SUS" und der gemeindeeigenen Fußballmannschaft "Kirchenstürmer".

Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt stellen die Ehrenamtlichen der Gemeinde dar. Es sind an die zweihundert Menschen, die sich mit ihren verschiedenen Begabungen einbringen. Ein großer Teil der gemeindlichen Arbeit wäre ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter undenkbar. Sie haben die Möglichkeit, sich auf ihrem Arbeitsgebiet fortzubilden. Als Hilfe für die Abrechnung von Kosten, die bei der ehrenamtlichen Arbeit entstehen und die die Kirchengemeinde übernimmt, ist 1993 eine Broschüre erschienen, die entsprechende Informationen enthält und von anderen Kirchengemeinden gerne übernommen worden ist. Einmal im Jahr laden wir zudem alle Ehrenamtlichen zu einer großen "Danke-Schön-Veranstaltung" ein.
Die ökumenischen Beziehungen sind weitergeführt und intensiviert worden. Sie sind selbstverständlicher Bestandteil der Gemeindearbeit in den Bezirken, in der Gesamtgemeinde und darüber hinaus. Zu nennen sind hier unter anderem die "Ökumenische Sozialstation Rechte Rheinseite", die 1998 ihr 25-jähriges Bestehen feiern konnte, und die Nachbarschaftshilfe "Rechte Rheinseite aktiv", die im März 1999 ihre Arbeit aufgenommen hat. Beide Einrichtungen sind mittlerweile im ehemaligen Küsterhaus an der Hoffnungskirche ansässig, das seit diesem Jahr "Katharina-von-Bora-Haus" heißt.
Weitere Schwerpunkte und Veränderungen der letzten Jahre lagen z.B. in der Kirchenmusik in Pfaffendorf; was seinen Grund in der restaurierten romantischen Orgel hat, die 1993 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Durch den Brand in der Pfaffendorfer Kirche 1997 erlitten die Orgel und die Kirche erhebliche Schäden, die aber inzwischen wieder behoben sind. Die kirchenmusikalische Tradition konnte seither wieder fortgesetzt werden.
Weiterhin ist von größeren baulichen Veränderungen und Projekten zu berichten: Sie betreffen in der Hauptsache die Kirche Pfaffendorf die neugebauten Kirchtürme des Gemeindezentrums Asterstein und der Kirche in Arenberg, der 1993 der Name "Versöhnungskirche" gegeben wurde, die Sanierung des Kindergartens auf der Pfaffendorfer Höhe und den renovierten Jugendraum im Dachgeschoß der Hoffnungskirche. Die vielfältigen anderen Sanierungen und Renovierungen im kleineren Stil seien hier nicht alle eigens aufgeführt. Wir sind immer noch eine Kirchengemeinde mit einem großen Gebäudebestand, der in Ordnung gehalten werden muß.

Mit dem renovierten Jugendraum ging auch eine Neuakzentuierung der Jugendarbeit einher, die sich in der Neueinstellung der Jugendleiterin Petra Seidel im Jahr 1995 äußerte. Vorausgegangen war eine längere Vakanzzeit, die der Erarbeitung einer Neukonzeption der Jugendarbeit und der Klärung ihres Stellenwertes in der Gemeindearbeit diente.
In der Seniorenarbeit sind seit längerem neben den Ehrenamtlichen drei Mitarbeiterinnen mit je einer halben Stelle beschäftigt, was dazu führt, daß dies ein sehr intensiver Arbeitszweig der Gemeinde geworden ist. Zur Zeit sind Krimhilde Bangert, Waltraud Frenz und Margit Walz die drei Bezirkshelferinnen.

Der Konfirmandenunterricht ist eine kontinuierliche Säule der Gemeindearbeit in den drei Bezirken und in der Gesamtgemeinde. Es gibt immer noch eine große Anzahl von Jugendlichen, die zum Konfirmandenunterricht kommen. Seit zwei Jahren gibt es sogar im ältesten Teil der Gemeinde wieder genügend Konfirmanden/-innen, um eine eigene Gruppe zu führen. In den Jahren davor wurden die Gruppen von Höhe und Tal zusammengelegt.
Zwei Konfirmandenfreizeiten finden pro Jahrgang statt, eine mit der jüngeren Gruppe des jeweiligen Bezirkes, eine mit den drei älteren Gruppen als gemeinsame Abschlußfreizeit kurz vor der Konfirmation. Sie ist seit zwei Jahren dem Thema Jugendarbeit gewidmet, um den Jugendlichen den Übergang in die Jugendgruppen und die Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterschulung zu erleichtern.

Die Militärseelsorge ist weiterhin an die Gemeinde- und Presbyteriumsarbeit angebunden. Es hat allerdings personelle und strukturelle Veränderungen gegeben. Militärdekan Wolf-Werner Rausch hat das Zentrum Innere Führung verlassen, sein Nachfolger wurde Militärdekan Günter Steinhoff. In der Standortpfarrstelle Koblenz II hat Militärpfarrer Matthias Weichert die Stelle von Pfarrer i.R. Heinrich Teubel übernommen. Der Nachfolger von Pfarrer Weichert ist Militärpfarrer Reinhard Müller. Der Militärpfarrer Koblenz II hat seit der Pensionierung von Pfarrer Teubel einen größeren geographischen Zuständigkeitsbereich. Beide Militärpfarrer sind nach wie vor an die Kirchengemeinde angebunden, indem sie stimmberechtigte Mitglieder im Presbyterium sind und Gottesdienste in der Gemeinde halten.

Zu nennen sind außerdem die beiden Außenwohngruppen des Hauses an der Christuskirche, einer Einrichtung für psychisch Genesende, das Mendelssohnhaus in Horchheim und das Katharina-Zell-Haus auf der Pfaffendorfer Höhe (ehemaliges Pfarrhaus), die beide vermietete Häuser der Gemeinde sind und in die Bezirksarbeit integriert werden.
Es sei auch noch kurz an die veränderte Bezirksaufteilung zwischen Höhen- und Talbezirk erinnert:
Der Asterstein gehört seit 1992 zum Bezirk Höhe, dafür gehört die Horchheimer Höhe ab Haus Nr.20 in den Talbezirk. Der Höhenbezirk (ehemals Bezirk Süd) hat aufgrund dieser Tatsache auch seinen neuen Namen erhalten. Die Neuaufteilung erbrachte eine gleichmäßigere Gemeindegliederzahl in den einzelnen Bezirken. Gleichzeitig paßte sie sich auch an geographische Gegebenheiten an.

Es seien auch noch einige Problemfelder der Gemeinde benannt. Es ist auf der einen Seite die Zerrissenheit der Gesamtgemeinde in einzelne, oft sehr eigenständige Ortsteile, die das Zusammenkommen erschwert. Auf der anderen Seite ist es die Fluktuation der Gemeindeglieder, so daß es immer relativ viele Zugezogene gibt und wenig "Verwurzelte". Daraus resultiert eine gewisse "Traditionslosigkeit" der Gemeinde, die aber auch ihre Chancen birgt. Vieles, auch Neues, ist möglich.
Gedanken macht uns auch der große Gebäudebestand der Gemeinde, der in Ordnung gehalten werden muß und der nach wie vor hohe Erwartungshaltungen in allen Einzelorten in bezug auf Einzelveranstaltungen und -aktivitäten mit sich bringt, was der Idee einer Gesamtgemeinde zuwiderläuft.
Als zusammenfassenden Abschluß dieser Streiflichter durch die gegenwärtige Gemeindearbeit sei an die Presbyteriumsfreizeit im März 1998 mit dem Thema "Prioritäten in der Gemeindearbeit" erinnert. Erarbeitet wurde eine Prioritätenliste der Arbeitsbereiche und Aktivitäten, die uns im Presbyterium am wichtigsten erscheinen. Die vier ersten Aspekte waren:
1. Gottesdienst, 2. Jugendarbeit, 3.Seelsorge, 4. Seniorenarbeit.
Zu den Punkten 2 und 4 sei auf die vorangegangenen Ausführungen und andere Kapitel der Festschrift verwiesen.
Die Punkte 1 und 3 sollen noch einmal kurz unter die Lupe genommen werden:
Gottesdienst: Die vielen unterschiedlichen Formen, die wir das ganze Jahr über mit verschiedenen Zielgruppen feiern, lassen die bunte Palette der Gottesdienstangebote erahnen: Tisch-Abendmahl an Gründonnerstag, Osternacht als experimenteller Jugendgottesdienst, Gottesdienst für Konfirmandinnen und Konfirmanden und deren Eltern am Buß- und Bettag, Gottesdienst im Grünen an Christi Himmelfahrt, musikalische Gottesdienste, z.B. am 4. Advent und das Jahr über zu verschiedenen Gelegenheiten, Begrüßungsgottesdienste für die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden mit der älteren Gruppe oder mit den Pfadfindern, Vorstellungs- und Konfirmationsgottesdienste in neuer, jugendgemäßer Gestalt, Gottesdienste der Gottesdienstgruppe (z.Z. "Lichtbogen") z.B. am Heiligen Abend und zur Konfirmation im Talbezirk, ökumenische Gottesdienste als monatliche Abendgottesdienste auf der Pfaffendorfer Höhe, an Pfingstmontag und zum Weltgebetstag der Frauen in den drei Bezirken, ökumenisches Abendlob im Bezirk Nord, Familiengottesdienste zu verschiedenen Gelegenheiten, so z.B. zum Gemeindefest, an einem der Adventsonntage, am Heiligen Abend, Kindergarten- und Kindergottesdienste, Schulgottesdienste, Gottesdienst zum Ehemaligentreffen in der Jugendarbeit im Jubiläumsjahr, Soldatengottesdienste ...
Zu nennen sind dabei auch die ehrenamtlichen Lektorendienste, die seit einiger Zeit eingerichtet wurden. Hier sind Gemeindeglieder kontinuierlich an der Mitgestaltung des Gottesdienstes beteiligt.
Seelsorge: Sie ist nach wie vor ein Schwerpunkt der pastoralen Tätigkeit, der sich nicht in großen und lauten Aktionen kundtut, sondern mehr im Verborgenen, in "kleinen" Begegnungen geschieht. Seelsorge hat verschiedene Gesichter: Es können zufällige Gespräche sein, solche "nach Vereinbarung", am Telefon oder im persönlichen Kontakt. Es können Hausbesuche sein zum Geburtstag, bei einem Kranken, zu einer besonderen Gelegenheit, in einer Krisensituation. Es können Krankenbesuche im Krankenhaus oder in einer speziellen Klinik sein etc.
Pfarrerinnen und Pfarrer sind bei ihrer seelsorgerlichen Tätigkeit auch auf Hinweise und Bitten angewiesen, sei es von Betroffenen selbst, sei es von Angehörigen, Nachbarinnen und Nachbarn oder Freundinnen und Freunden. Es führt zu Verdruß, wenn jemand besucht werden möchte oder gerne ein Gespräch hätte, und dies nicht zum Ausdruck gebracht wird.

Ausblick "100 Plus"
Hinter dieser Überschrift verbirgt sich eine wichtige Frage, nämlich die nach der Zukunft unserer Kirchengemeinde. Ein Jubiläum zu begehen macht nur Sinn, wenn der Blick nicht nur rückwärtsgewandt und gegenwartsbezogen ist, sondern vor allem, wenn er in die Zukunft gerichtet ist. Vermutungen über die Zukunft unserer Kirche und speziell unserer Kirchengemeinde sind rein spekulativ, und es soll auch nicht in den allgemeinen "kirchlichen Klagegesang" eingestimmt werden. Dazu haben wir, was der Blick in die Vergangenheit und Gegenwart unserer Gemeinde beweist, überhaupt keinen Grund.
Vielmehr sollen im folgenden einige Beobachtungen, Ziele und Wünsche formuliert werden:
Die Bindung der Gemeindeglieder an regelmäßig stattfindende Kreise ist nicht mehr so ausgeprägt wie sie das früher war. Beliebter ist heute, sich für eine gewisse Zeit für ein bestimmtes Projekt zu engagieren. So wählen sich Menschen heute auch ganz bewußt aus, ob, wann und wohin sie zum Gottesdienst gehen. Allgemein sind bei den Gemeindeaktivitäten Wellenbewegungen zu beobachten, d.h. es gibt Hoch- und Tiefzeiten.
Daraus ergibt sich, daß die Angebote unserer Kirchengemeinde weiterhin auf einer guten Qualitätsstufe gehalten werden sollten, auch wenn die Quantität der Teilnehmenden nicht immer so ist, wie wir uns das wünschen.
Überhaupt müssen wir uns darauf einstellen, wechselnde Angebote für alle Altersstufen und verschiedenste Bedürfnisse zu machen, ohne uns dabei zu verzetteln. Das heißt, daß an bestimmten Punkten Aktivitäten auch zurückgefahren oder aufgegeben werden müssen, damit Zeit und Raum für andere und neue bleibt.
Dabei kommt der Öffentlichkeitsarbeit der Kirchengemeinde große Bedeutung zu. So haben wir uns im Jubiläumsjahr entschlossen, eine Jubiläumsausgabe unseres Gemeindebriefes in ganz neuer Gestalt herauszugeben. Wir sind gespannt, wie das neue "Out-Fit" ankommt und ob wir es uns leisten können, den Gemeindebrief zukünftig in dieser Art herzustellen. Außerdem werden im Jubiläumsjahr alle Sonderveranstaltungen eigens in der Presse angekündigt, so daß wir ein Jahr lang optisch besonders in Erscheinung treten.
So muß es weiterhin unser Ziel sein, in zeitgemäßer und ansprechender Form die Gemeinde öffentlich darzustellen und unsere Aktivitäten und Dienste anzubieten.
Ein weiteres Ziel, auf das wir zusteuern, ist, die ökumenischen Beziehungen vor Ort und darüber hinaus zu stabilisieren und auszubauen, daß von der Basis her entscheidende Impulse ausgehen, die Entscheidungen von kirchenleitender Seite nach sich ziehen.
Wir möchten aber auch das evangelische Profil der Arbeit unserer Kirchengemeinde stärker herausarbeiten. Dazu gehört unter anderem, daß die Arbeit der einzelnen Ehrenamtlichen aufgewertet wird, daß selbständige Ehrenamtliche weiterhin aus- und fortgebildet werden, damit sie befähigt sind, ihre Arbeit vor Ort zu tun - und das nicht als "Ersatz" für die Hauptamtlichen, der weniger wert wäre. Im Bewußtsein der Gemeinde muß stärker ausgeprägt sein, daß wir einen Reichtum an Begabungen bei unseren ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben. Mit den Hauptamtlichen zusammen geben sie der Gemeinde ihr Gesicht.
Wir wünschen uns weiterhin Menschen, die stolz darauf sind, bei uns mitzuarbeiten, und dafür geachtet und wertgeschätzt werden.
 
 
 

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